Darum geht es

Die Gemeinde Risch möchte im Zentrum von Rotkreuz Alterswohnungen bauen und gleichzeitig – entgegen den kommunizierten Plänen – ein neues Pflegezentrum erstellen. Dieser Neubau soll das bestehende, gut funktionierende Alterszentrum Dreilinden nicht ergänzen, wie ursprünglich vorgesehen, sondern ersetzen.

Diese Richtungsänderung würde durch einen Finanzbeschluss mit einer Urnenabstimmung am 26. September 2021 zementiert. Dagegen gibt es von verschiedener Seite Vorbehalte. Im Zentrum stehen das übereilte Vorgehen und die bisher mangelnden Mitsprachemöglichkeiten für die Bevölkerung sowie noch nicht ausgereifte Grundlagen. So weiss der Souverän bis heute noch nicht, auf welcher Altersstrategie das Betriebskonzept sowie das Raumprogramm beim neu geplanten Alters- und Pflegezentrum beruht und welche generationenübergreifenden Angebote vorgesehen sind.

Die „IG Zukunft Alter Risch-Rotkreuz“ wurde von Bürgerinnen und Bürgern gegründet, um Fragen zu einer zukünftigen altersfreundlichen Gemeinde Risch in einer breiten Öffentlichkeit zu diskutieren. Sie versteht sich als überparteiliche Diskussions- und Informations-Plattform.

Wir setzen uns dafür ein, dass...

… die geplanten Alterswohnungen zeitnah gebaut werden

… Wohnungsangebote mit alternativen und flexiblen Wohnformen geschaffen werden

… die Dachterrassen für die Hausbewohnerinnen und -bewohner nutzbar sind

… der Wohnraum und die Pflegeplätze bezahlbar sind

… im Erdgeschoss öffentliche Räume geschaffen werden für Begegnungen zwischen Alt und Jung

… eine zukunftsgerichtete, aktuelle Altersstrategie zusammen mit der Bevölkerung entwickelt wird

… mit dem Bau eines neuen Alters- und Pflegezentrums zugewartet werden soll, bis der Kanton die zusätzlichen Pflegeplätze definitiv bewilligt hat

… die Bevölkerung das Raum- und Betriebskonzept des Bauprojekts kennt, bevor sie über die Finanzvorlage dieser Grössenordnung abstimmen kann


Die Grösse und Wichtigkeit des Projekts erfordert den aktiven Miteinbezug der Bevölkerung.

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Argumentarium


Alterswohnungen zeitnah bauen

Die geplanten Alterswohnungen sollen auf alternative und flexiblere Wohn- und Betreuungsformen hin überprüft werden.

Generationenübergreifende Lebensformen sind in die Planung miteinzubeziehen. Der Wunsch nach  Individualisierung im Alter wird stärker.

Die Einwohnergemeinde und die Bürgergemeinde haben im Jahr 2015 12 Millionen Franken bewilligt und der Gemeinde Risch Immobilien AG (GRIAG) den Auftrag erteilt, Wohnraum für das Leben im Alter zu schaffen.

Mit der Bewilligung des Bebauungsplan Buonaserstrasse an der Gemeindeversamlung vom 9. September 2020 wurde der Neubau von Alterswohnungen in Aussicht gestellt und der Zeitpunkt für die Realisierung eines Pflegeheims offengelassen.

Die Bürgerinnen und Bürger gingen weiterhin davon aus, dass die Alterswohnungen rasch gebaut würden.

Zwischenhalt Planung Pflegezentrum

Es sollen innovative Ideen entwickelt werden, wie ein neues oder das bestehende Alters- und Pflegezentrum als Zentrum für ganz verschiedene Bedürfnisse dienen kann. Die Anzahl Pflegeplätze muss seriös überprüft werden.

Das bestehende Alterszentrum Dreilinden ist erst 30 Jahre alt. Der Erweiterungsbau wurde 2001 erstellt und der Demenzgarten, ermöglicht durch viele Spendengelder, wurde 2014 eröffnet. Es besteht keine Not für einen raschen Ersatz.

Die definitive Zuteilung der 20 zusätzlich geplanten Pflegeplätze durch den Regierungsrat fehlt noch. Eine Strategieänderung seitens des Kantons ist nicht ausgeschlossen.

Aktuelle Berichte aus anderen Kantonen zeigen, dass vielerorts auf den Ausbau von Pflegeplätzen verzichtet und dafür das Wohnen mit Dienstleistungen gefördert wird. Z.B. Angebot für temporäre Aufenthalte, Tagesheim, zentrale Küche für verschiedene Anspruchsgruppen, Spitex-Stützpunkt, öffentliches Restaurant usw.

Zukunftsorientierte Altersstrategie

Neue Tendenzen im Bereich Leben und Wohnen im Alter sollen aufgenommen und eine breit abgestützte, zukunftsorientierte und aktuelle Alterstrategie erarbeitet werden.

Der Gemeinderat hat kurzfristig entschieden, bis im Sommer 2021 eine Altersstrategie 2040 zu entwickeln.

Die Erarbeitung einer Altersstrategie ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Diese muss breit abgestützt und unter Mitwirkung von Bevölkerung und Fachpersonen erarbeitet werden. Dies braucht Zeit!

Eine fundierte Altersstrategie beleuchtet neben den Themen Wohnen, Pflege und Betreuung weitere wichtige Aspekte. Seien dies die Angebote im Quartier, Nachbarschaftshilfe, Unterstützung pflegender Angehöriger, Finanzfragen, die Solidarität zwischen den Generationen, Digitalisierung, Diversität, Verkehrsfragen und Mobilität sowie Partizipation und Engagement.

Dass der Gemeinderat, ohne Berücksichtigung von Vernehmlassungseingaben, bereits die Leistungsvereinbarung mit der Stiftung Alterszentrum Risch Meierskappel gezeichnet hat, beweist, dass eine breite Partizipation nicht wirklich erwünscht ist.

Transparente Finanzplanung

Die Bevölkerung soll transparent und auf verständliche Art über die langfristigen finanziellen Folgen von Alters- und Pflegeplätzen informiert werden.

Vorgesehen ist, dass die Gemeinde Risch von der Stiftung Alterszentrum Risch Meierskappel (SARM) das bestehende Alterszentrum (inklusiv Land) zurückkauft. Dieser Rückkauf (Heimfallentschädigung) beläuft sich auf 15.5 Millionen Franken.

Die SARM wird voraussichtlich für das neue Alters- und Pflegezentrum 1.5 Millionen Franken Miete pro Jahr an die GRIAG zahlen. Gemäss erläuterndem Bericht wird das Eigenkapital der SARM im Jahr 2047 aufgebraucht sein.

Sofern die zusätzlichen Pflegeplätze nicht bewilligt werden, sind zusätzlich rund 1.1 Millionen Franken pro Jahr wegen fehlenden Pensionstaxen anderweitig zu erwirtschaften.


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